Dienstag, 26. Februar 2013

Februar update

Der lang erwartete Ferienbeginn konnte uns nicht schnell genug kommen. Zeit sich auszurasten, zu faulenzen und sich zu amüsieren.
Dies alles veränderte sich jedoch, als mir meine Gasteltern anboten, ihre Sprachschule für die Ferien zu besuchen. Dankbar nahm ich das Angebot an und begann sogleich mit den Kursen. Von 8-13 Uhr war ein Intensivkurs mit anderen Studenten aus aller Welt angesagt. In Klassen mit weniger als 5 Schülern schreitet man rasch voran und auch der Spaß kam nicht zu kurz.
Nachmittags stand Freunde treffen auf dem Programm, ins Kino zu gehn oder einfach nur Mittag- oder ein Eis zu essen. So verging die Woche wie im Fluge.

Der Carneval, ein hier sehr umfeiertes verlängertes Wochenende, stand vor der Tür. Nach einem erholsames Freitag brachen wir Samstags früh morgens Richtung Patate, bei Ambato, auf. Als wir Quito verlassen hatten, rief uns eine Freundin an: starkes Erdbeben in Quito. Gebannt lauschten wir den Neuigkeiten, unglaublich. Wir jedoch im Auto sitzend hatten davon gar nichts mitbekommen.
Nach ca. drei stündiger Autofahr und einem Frühstück bei bekannten kamen wir an der Hacienda eines Freundes in Patate an. Ein riesiges Anwesen mit Plantagen von Orangen, Limonen und Avocados sowie drei Gebäude mit Plätzen für beinahe 40 Personen erwarteten uns.



Gleich bei unserer Ankunft erwarteten uns die fünf Familien, mit denen wir die nächsten Tage verbringen würden, mit Wasser und Sprühschaum, um uns so wirklich willkommen zu heißen.
Hier könnte man gut die Phrase "Nass bis auf die Unterhose" einbringen, denn es war tatsächlich so.
Zu dieser Zeit waren die Stierkämpfe täglich auf dem Programm und so stand uns nichts mehr im Wege: Wir besuchten gleich am ersten Abend in dem nächsten Dorf einen dieser und amüsierten uns prächtig. Die Regierung hatte mittels einer Volksentscheidung die Hinrichtung des Stiers verboten, und so verlief das Späktakel unblutig. Vielmehr hatten wir unseren Spaß dabei, Betrunkene, die ihre Kräfte mit dem Stier maßen, zu bewundern. Wir lachten so einiges und kehrten vergnügt in die Hacienda zurück.
Den nächsten Tag begannen wir wieder damit gegen unseren Willen angespritzt zu werden, und brachen dann später auf eine kurze Wanderung auf, die für alle mit nassem Gewand vermutlich etwas kalt erschien. Nach einem kurzen Mittagesssen, besuchten wir eine kleine Schlucht mit Wasserfall und genossen die eindrucksvolle Atmosphäre.









Den Abend verbrachten wir gemeinsam für diese Provinz typische Köstlichkeiten zu verspeisen, Karten zu spielen und uns einander näher kennenzulernen. Wir redeten bis spät in die Nacht hinein und fielen in tiefen Schlaf. Den nächsten Tag war der Abschied angesagt: Wir alle hatten eine unglaubliche Zeit verbrangt, Erlebnisse geteilt und einigen Spaß gehabt.
Auf der Rückfahrt boten sich uns einige atemberaubende Landschaften dar und wir verbrachten die Zeit während der Autofahrt verging so wie im Fluge. An dem besagten Abend der Rückkehr gingen wir alle früh nach einem Film ins Bett, wir alle hatten noch so einigen Schlaf vom Wochenende aufzuholen.

In den nächsten Tagen wurde mir lange zu schlafen nicht ermöglicht, da mein Spanischkurs mich bereits früh erwartete. Die Nachmittage verbrachte ich mit Entspannen, dem Fernseher und Freunden und so flog die Zeit dahin. Das Wochenende stellte bereits ein neues Großereignis dar, nämlich die ecuatorianischen Präsidentschaftswahlen. So verbrachten meine Familie und ich am Sonntag so einige Stunden in den Wahlurnen und ertwartetem gebannt das Ergebnis. Die vorhergangenen Wochen waren voll von Werbungen und Debatten der jeweiligen Kandidaten, das Ergebnis fiel jedoch sehr eindeutig zu Gunsten des derzeit amtierenden Präsidenten aus.

Am 18. Februar öffneten die Schulen von Neuem ihre Türen, jedoch mit verringter Schüleranzahl, da einige Autostraßen wegen der Eröffnung des neuen Flughafens (20. Februar) bis dahin geschlossen waren. Deswegen wurde einem der Schulbesuch angenehmer gestaltet.
Den Mittwoch brach ich schlussendlich nach Machachi, einem Vorort Quitos auf, wo ich noruegischen Doktoren bei ihrem Programm "Vision for Life" als Übersetzer vermittelte. Dies bot eine sehr interesante Erfahrung für mich dar und wir halfen an diesem Tag ca. 120 Menschen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, eine Brille zu bekommen.







Am Freitag, 22. Februar 2013, weltweiter Tag des Friedens waren wir mit den Rotarien im "Parque de la Carolina" versammelt, um eine der fünf weltweiten Glocken des Friedens ertönen zu lassen. Dem Ereignis wohnten vier Rotary-Clubs Quitos sowie der Vizepräsident und der Botschafter Japans bei. Ihre Reden waren sehr eindrucksvoll und wir lauschten gebannt ihren Worten.
Gleich nachdem die Feierlichkeit ihrem Ende zuging, musste ich sie verlassen, da meine Gastfamilie mit allen Profesoren und den Direktoren ihrer Sprachschule einen dreitägigen Ausflug auf den Strand geplant hatten. Die Busfahrt zog sich zwar etwas in die Länge, der Strand "Canoas", des kleinem Fischerdorfs wo wir übernachteten, war jeden unglaublich schön. In kleinen Kabinen mit Schwimmbad gleich davor übernachteten wir alle zusammen. Die Hitze, die sich uns darbot, sowie die Temperatur des Meerwassers war uns allen willkommen, nach einem veregneten Tag auf der Hinreise. So genossen wir die Wellen, das Meer und den Strand, spielten Volleyball und besichtigten das Dorf, aßen Fisch und Meeresfrüchte und feierten in der Nacht.
Die Zeit verging für uns alle viel zu schnell und die Rückkehr war bald wieder angesagt. Nichtsdestotrotz kehrten wir alle in die Höhe Quitos glücklich und zufrieden, ohne Stress in den Alltag der Großstadt zurück.