Wer denkt, dass sich hier das Klima im November wesentlich verändert, der täuscht sich gewaltig.
Abgesehen von etwas mehr Regen bleiben die Temperaturen konstant bei einem Tageshöchstwert von ca. 20 Grad.
Dieses Wetter ist für hitzeliebende ein Paradies, kann jedoch einem im warsten Sinne zu Kopf steigen, wenn man nämlich bei diesen Temperaturen Fußballspielen muss. - Es ist entgültig 100% fix, wir haben eine Fußballschulmannschaft und nehmen an einem Turnier der internationalen Universität Quitos teil. Voller Emotionen begannen wir mit dem Training, jeden Tag während der 30-minütigen Pause laufen, um dann die letzte, oder die letzten 2 Unterrichtsstunden einem Ball nachzulaufen. Unsere erste Partie stand bald bevor, und so gaben wir alle unser Bestes.
Freitag, 11.11.2012, erstes Spiel contra el colegio militar. Mit vollen Eifer und Begeisterung begannen wir unsere erste Partie. Nach 90 Minuten verließen wir mit hängenden Köpfen das Spielfeld. Liceo Los Alamos 0, Colegio Militar 5. Qué pasó? Uns fehlte Training, Teamgeist und Mentalität. Durch dieses Match kehrten wir in die Realität zurück, und die begann mit extra hartem Training in der folgenden Woche. Doch das anstehende Wochenend davor genoss ich mit einer Bikingtour im Chaquiñan, einer beliebten und bekannten Radler- und Joggerstrecke, die von Cumbayá nach Puembo führt. Wundervolles Wetter, atemberaubende Landschaft, 40km Radfahren- was will man mehr!
Etwas müde kehrte ich nach Hause zurück, um mich für die anstehende Fiesta fertigzumachen. Davor traf ich mich mit meinen Freunden, zum Cafetrinken und Pizzaessen.
Als wir gegen 10 auf der Fiesta eintrafen, erwartete uns eine riesen Schlange von anstehenden Jugendlichen. Beinahe 500 Personen hatten sich dort auf dem Rasen versammelt, und noch mehr verlangten nach Einlass.
Bis spät in die Nacht feierte ich mit beinahe meinen ganzen Klassenkameraden und Freunden.
Den Sonntag stand dann ein Besuch bei meiner zweiten Host-family an. Das Essen war deliciös: Diverse Fleischsorten mit Reiß, Kartoffel und Erdnusscreme, und zum Nachtisch eine Creme mit Erdbeeren und Bananen. Ich aß bis zum Umfallen, und danach spielten wir ein Würfelspiel bis spät in den Abend.
Müde und mit vollem Bauch kehrten wir nach Hause zurück und fielen in tiefen Schlafe.
Wer glaubt, die folgende Woche verliefe etwas ruhiger, der täuscht sich: Neben Crossfit, kam jetzt auch noch tägliches Fußballtraining in der Schule und zwei Fußballmatches dazu.
Das erste war gegen Terranova, ein colegio bekannt für sein exzellentes Fußballteam. Mittags verließen wir gemeinsam die Schule und brachen zur internationalen Universität, wo alle unsere Spiele stattfinden, auf. Als wir dort kurz vor Spielbeginn ankamen, begann es sogleich stark zu Regnen. Binnen Minuten war das ganze Spielfeld watschelnass, und im Mittelkreis sammelte sich eine riesige Wassermenge an. Das Spiel wurde zu einer Schlammschlacht, doch wir behielten die Oberhand, und konnten nach einem Rückstand, mit 4:2 gewinnen. Patschelnass, jedoch mit Stolz verließen wir das Spielfeld und kehrten nach Hause zurück.
Der Schulalltag wurde durch die ständigen Trainings etwas aufgelockert. Auch am Freitag wurde der Schulbesuch durch ein Fußballmatch auf zwei Stunden verkürzt. Das "Sec de Los Valles", ein anderes colegio, stellte sich als kein allzu schwerer Gegner heraus, und so gewannen wir mit Bravour drei zu null.
In dieser Woche stand eine weitere Premiere an, nämlich der erste Samstag meines Lebens, an dem ich die Schule besuchen musste. Es stellte sich als der beste Schultag heraus. Mag sein, dass es daran lag, dass 3/4 der Lehrer fehlten, oder dass der Unterricht um 11 Uhr endete, wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß.
Auch der Nachmittag war nicht ganz ereignislos: Zusammen mit meinem Gastonkel, dessen Bruder, meiner cousine und Freunden sahen wir uns das Spiel zwischen Aucas, einem drittlegisten aus dem Süden Quitos, und Cuniburo an. Die Atmosphäre im Stadion war atemberaubend, und ich erfuhr am eigenen Leib, wieso Aucas auch als "equipo del pueblo" bezeichnet wird". Unser Team gewann mit 2:1, ein wichtiger Sieg, denn es ging um den Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse.
Den Sonntag verbrachte ich wieder am Bicicleta, diesmal bis zum Country Club meiner Familie, dort im Fitnessstudio und mit einem köstlichen Frühstücksbuffet.
PS: Ach ja, was ich ganz vergessen habe, am 6. November wurden wir von unserem Rotary-Club zum Anlass des 85-jährigen Jubiläums von Rotary Ecuador ins Haus der Kultur eingeladen. Dort wurden wir vom nationalen Ballett Ecuadors bis spät in die Nacht mit späktakulären Performances unterhalten.